Montag, 22. Juni 2026

Überzeugungsarbeit – eine strategische Skizze für Die Linke

Die Linke muss eine neue soziale Gruppe schaffen, die sich darauf einigt, dass zuerst die wachsende Verteilungsungleichheit gestoppt wird. Diese neue soziale Gruppe geht über eine einzige „Klasse“ hinaus. Sie umfasst Arbeiter·innen und Angestellte, Unternehmer·innen von Klein- und Mittelbetrieben, Religiöse und Nicht-Religiöse, Schüler·innen und Pensionist·innen, Stadtindianer, Landeier und Teile des Globalen Südens im Rahmen einer internationalen, aber nicht grenzenlosen Solidarität und Geschwisterlichkeit. Was diese Menschen eint, ist der eine Wunsch nach mehr Gerechtigkeit: Würde, Sicherheit und Teilhabe für alle, die an einem gemeinsamen Ort ihren Beitrag leisten. Natürliche Gegner dieser neuen sozialen Gruppe wären all jene, die die Verteilungsungleichheit beibehalten oder vergrößern wollen.

Die Linke muss es schaffen, eine Verbindung von materieller Umverteilung mit einer neuen Erzählung von Zugehörigkeit herzustellen. Zentrale Themen dabei müssen sein: Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich (finanziert durch Besteuerung von: Maschinenarbeit, KI-generierter Arbeit, Spitzeneinkommen, Kapitalerträgen, Spekulationsgewinnen, Finanztransaktionen), öffentliche Dienstleistungen, öffentliche Infrastruktur, leistbares Wohnen.

Zugehörigkeit ist auch, aber nicht nur von materieller bzw. kultureller Identität abhängig. Zugehörigkeit ist vor allem auch ein Menschenrecht und wer dagegenhandelt, verletzt dieses Recht. Der Staat muss daher ein Verbündeter der neuen sozialen Gruppe sein, er muss weiters handlungsfähig bleiben und er muss sich gegen Neoliberalismus, Oligarchie, Plutokratie, Autokratie und jede Art der Elitenherrschaft wenden. Die Funktionär·innen staatlicher Institutionen müssen Diener·innen des Gemeinwohls werden. Das Gemeinwohl wird in öffentlichen Debatten ermittelt. Es gibt klare Regeln. Wer sich nicht an die Regeln hält, darf nicht mitspielen.

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