Freitag, 29. Januar 2021
Abschiebung aus Österreich
Montag, 25. Januar 2021
Eine Diagnose
Donnerstag, 21. Januar 2021
Kapital und Umwelt
Freitag, 1. Januar 2021
Luft nach oben
Donnerstag, 12. November 2020
Medienkompetenz
Dienstag, 10. November 2020
Dünnhäutig - ein Essay
Der Sinn des Lebens besteht darin, so zu leben, dass einen das Leben freut. Oder kurz: Der Sinn des Lebens ist die Lebensfreude. Aber freue ich mich über die Tatsache, dass ich am Leben bin?
»Herr, ich bitte dich, hilf mir«, seufzt der Dünnhäutige in seiner Not. Und Gott antwortet: »Was möchtest du konkret?« »Ich suche irgendetwas, an dem ich mich festhalten kann«, gibt der Dünnhäutige zurück. »Dein Halt ist der freie Fall«, sagt Gott trocken. »Ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand«, sagt der Dünnhäutige zu sich selbst. Und dann: »Herr, was soll ich tun?« Gott aber antwortet dem Dünnhäutigen: »Du sollst in dich gehen und dich selbst erkennen. Du sollst gut darin werden, dich selbst zu kennen. Du sollst dich gut spüren und in dir ruhen. Kümmere dich nicht um deine Außenwirkung. Kümmere dich um dein Innenleben und dein Wohlbefinden. Kümmere dich um dein Tageswerk und sei damit zufrieden. Deine Arbeit sei ein Geduldspiel. Lass dich von niemandem überfordern. Und überfordere dich nicht selbst. Du machst deine Sache gut genug.«
Wenn ich das Gefühl habe, dass ich meine Sache gut mache, dann kann ich mich auch freuen. Gott sagt mir, was meine Aufgabe ist. Gott ist gütig, weise, wohlwollend, verstehend, verzeihend, hilfsbereit – er ist all das, was ich so dringend brauche und was mein leiblicher Vater nie gewesen ist. Ich muss mich über Gott nicht ärgern. Und wenn die Welt zugrunde geht, so liegt das daran, dass manche Menschen ihren Frieden mit sich selbst und Gott nicht finden.
Mittwoch, 9. September 2020
Vermutungen
Nazis und sogenannte »normale« Bürger demonstrieren gemeinsam gegen die Anti-Corona-Politik der Regierung. Der »normale« Bürger könnte behaupten, dass »die Regierung« den Nazi dazu benutzt, um ihn, den »normalen« Bürger zu diskreditieren. Ich bekenne, dass mich die Argumente der »normalen« Bürger gegen die Anti-Corona-Maßnahmen nicht überzeugen. Aber die Tatsache, dass Nazis auf die Protestwelle aufspringen, spricht an sich (noch) nicht gegen die Argumente der »normalen« Bürger.
Eines fällt auf: Die Problematik rund um Corona ist grenzenlos komplex, widersprüchlich und verwirrend. Gleichzeitig formulieren die Menschen klare Positionen und Meinungen. Auf welcher Grundlage eigentlich? Was allein in meinem persönlichen Umfeld alles behauptet wird, kann ich niemals überprüfen. Ich bin auf Vermutungen angewiesen. Und ich glaube, dass auch Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und Journalist*innen bestenfalls Vermutungen anstellen können.
Vielleicht ist die Vorstellung obsolet, dass wir über Wissen verfügen, rational handeln und moralisch vernünftig entscheiden. Und vermutlich sollten wir uns vermehrt mit unseren Ängsten auseinandersetzen - jede*r für sich und alle gemeinsam.
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